Nachhaltigkeit – im Sinne von „nachhaltige Entwicklung“ – bedeutet für uns, dass wir mit der Erde, ihren Ressourcen und ihren Lebewesen so umgehen, dass sie auch für zukünftige Generationen einen intakten Lebensraum und gesellschaftliche Entfaltungsmöglichkeiten bietet. Das heißt, dass sowohl ökologische als auch ökonomische und soziale Belange in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen und bei der Gestaltung von Kommunikation und Produkten berücksichtigt werden müssen. Nur so kann das bestehende Ökosystem Erde auf Dauer Bestand haben.
Nachhaltiges Design oder Ecodesign verlangt nach einem Bewusstwerden der eigenen Kommunikations- und Gestaltungsleistung und ihrer Wirkung auf Gesellschaft und Umwelt. Diesen konsequent nachhaltigen Ansatz spiegelt das interdisziplinäre Curriculum wider, das an der ecosign gelehrt wird. So besteht die Aufgabe sowohl des Kommunikations- als auch des Produktdesigns darin, zu vermitteln und zu sensibilisieren – neue Wege aufzuzeigen für einen verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt, mit den Ressourcen und mit gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen.
Im Kommunikationsdesign, das an der ecosign auch die Bereiche Illustration und Fotografie einschließt, gilt es insbesondere, aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen erkennen und durch die eigene gestalterischen Arbeit kommunizieren zu können. Dabei kommt der Kreativität – aber auch den Techniken und Strategien der Gestaltung, der Kunst und des Designs eine zentrale Rolle zu. Entsprechend eingesetzt helfen sie z.B. dabei, dass Problemlagen besser erkannt oder alternative Denkmodelle verständlich gemacht werden können.
Die große Herausforderung an das Produktdesign des 21. Jahrhunderts besteht in der Entwicklung von Dingen, die einen möglichst großen Nutzen für den Menschen bieten, ohne die Umwelt unnötig zu belasten. An der ecosign rücken wir nachhaltige Produktionsverfahren und Konsumstrategien in den Mittelpunkt. Produktdesigner/-innen können einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie ökologische, ökonomische und soziale Aspekte in ihre Konzepte integrieren. Kombiniert mit Kreativität und gestalterischem Können werden auf diese Weise innovative Produkte entwickelt, die in ihrer Material- und Formensprache neue Maßstäbe setzen.
Um in der späteren Berufspraxis wirklich nachhaltig gestalten zu können braucht es ein solides kulturelles und philosophisches Fundament. Deswegen stehen an der ecosign nicht nur Design und Ökologie, sondern unter anderem auch Philosophie, Ethik, Psychologie, Soziologie, Designtheorie, Kunstgeschichte und Designmanagement auf dem Lehrplan. Die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge erfassen und auf dieser Grundlage fundierte Entscheidungen treffen zu können, wird in Industrie und Wirtschaft mehr und mehr gefordert – auch und gerade von Designerinnen und Designern. Daher werden heute mehr denn je Gestalter benötigt, die nachhaltiges Design bzw. ecodesign als Dienstleistung für eine zukunftsfähige Gesellschaft verstehen und anbieten.
Ein Design-Studium an der ecosign soll junge Kommunikations- und Produktdesigner/-innen dazu befähigen, durch ihre Arbeit eine kompetente und selbstbewusste Mittlerstellung zwischen Mensch und Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt einzunehmen. Gesellschaftlicher Wandel braucht Entwürfe, braucht kreative Ideen und konkrete Vorstellungen davon, wie eine nachhaltige Entwicklung umgesetzt werden kann. Dies ist die Aufgabe einer neuen Generation von Gestalterinnen und Gestaltern.