Unterrichtsfahrt Mallorca 2005
Ankunft Port de Sollér. 20 Grad Celsius. Sonne! Da saßen wir.
Vier unter Schlafmangel leidende ecosigner, bepackt mit Klappstuhl, Stativ und Respekt vor den bevorstehenden Prüfungen zu ausgereiften Pinselakrobaten. Mallorca, Bilder hatten wir wohl alle im Kopf: Bier, Brüste, Ballermann. Zu unserer Verwunderung mussten wir feststellen, dass abgesehen von Palmen und blauem Himmel weder Strohhalme noch Eimer zu finden waren. Nicht einmal Oberbayern war auf unserer Karte eingezeichnet. Rätsel über Rätsel.
Die Insel war augenscheinlich grün, gebirgig und übersät von Radsportlern. Gut, unser Bild sollte wohl anders werden, wie sich später herausstellte.
Ausgestattet mit Mietwagen hatten wir eine Woche Zeit, uns kleine Bergdörfer, Pässe und malerische Buchten anzusehen. Dies hatten wir allerdings ein wenig unterschätzt, den breiten, überschaubaren Straßenbau schienen die Spanier nicht zu kennen. Statt dessen tuckerten wir im ersten Gang die Serpentinen hinauf, hupend, in der Hoffnung, dass derjenige hinter der Kurve ebenso umsichtig fuhr und unseren hollandtomatenroten Nissan Micra nicht in Schrottplatzware verwandelt. Die eben noch bewunderte Größe unserer Altbauwohnung mutierte zu einer weiteren Herausforderung. Man hört ja allerorts vom Klimawandel und seinen schwerwiegenden Folgen. Nun ja, von der bevorstehenden Eiszeit hört man anscheinend viel weniger. Diese kann man aber gerne um diese Zeit in Mallorca „Gänsehaut-nah“ erleben. Unser Rudelführer, Herr d`Agliano, stellte uns die Mal-Utensilien und falls wir nicht gerade Strände, nette Spanier oder die Siesta vorzogen, trauten wir uns in die Nähe von traumhaften und vor allem einsamen Klippen. Täglich hatten wir die Freiheit, uns eigenständig und spontan kleine Bergdörfer anzusehen, diese zu malen oder malen zu lassen, falls der „Lauf der Aquarelle“ uns allzu sehr quälte.
Hatten wir mal keine Lust auf Malen, machten wir spontan eine Wanderung durch die Pampa. Einfach mal zum nächsten Leuchtturm und dann, zack, knister, rechts ab über die Böschung. Vorbei an ein paar Bergziegen kraxelten wir unter mittlerweile herrlich warmen Sonnenstrahlen der nächsten Klippe entgegen und packten mutterseelenallein unseren kleinen Wegproviant aus, legten uns in die Sonne und hörten dem Meeresrauschen zu. Kein menschlicher Laut (außer die in einer Illustrierten blätternde Begleitung) war zu vernehmen. Ein Traum. Ein noch größerer Traum, wenn man zu seinem Proviant ein paar sonnengereifte frisch gepflückte Orangen zählen konnte. Ein geschmacklicher Salto Mortale.
Wir können diese Reise wirklich jedem empfehlen, der einmal Natur in ihrer schönsten Form erleben und oder malen will. Der Kunst kann man sich dort überall widmen, es findet sich immer ein schönes Motiv. Tagsüber kann man sich einfach der Landschaft hingeben, sich an dieser berauschen und den Abend in einer lauschigen Kneipe ausklingen lassen.
Einfach empfehlenswert.
Martin, Elena, Cindy, Christiane


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